Seitenpfad:

Philippinen: Effektives Küstenfischereimanagement

Worum es geht:

Der Archipel der Philippinen liegt inmitten einer biologisch besonders vielfältigen Region und das reiche Meeresleben der Küstengewässer hat den Inselstaat regelmäßig auf die Liste der zwölf größten Fischproduzenten der Welt gebracht. Traditionell spielen Fisch und andere Meeresfrüchte als Nahrungsmittel und die Fischerei als Erwerbstätigkeit eine große Rolle für die Nahrungssicherheit und als ökonomische Basis.

Für die nachhaltige Nutzung der Küstengewässer sind auf den Philippinen die Gemeinden und Städte an der Küste selbst zuständig. Um eine Beteiligung aller an der Fischerei und Meeresnutzung beteiligten Gruppen an der lokalen Planung und der Umsetzung von Strategien und Programmen für die Bewirtschaftung, Erhaltung, Entwicklung und den Schutz der aquatischen Ressourcen zu institutionalisieren, wurden Fisheries and Aquatic Resources Management Councils oder kurz FARMCs als beratende Gremien eingerichtet.

Die FARMCs unterstreichen die Übertragung von Verantwortung auf die Interessenvertreter der Küstengemeinden und insbesondere die Fischerinnen und Fischer. Sie geben ihnen die Möglichkeit zu einer wirkungsvollen Teilnahme am Fischereimanagement. Durch die FARMCs sind sie nicht mehr nur entfernte Nutznießer von Entwicklungsinitiativen sondern werden aktive Partner und Co-Manager.

Das Projekt ergreift Maßnahmen, die den Fischern eine Mitwirkung am Küstenzonenmanagement innerhalb der FARMCs ermöglicht. Die FARMCs setzen sich aus Vertretern der Selbstorganisationen der Fischer, Entscheidungsträgern auf regionaler Regierungsebene und anderen Interessenvertretern in der Küstenregion zusammen und dienen den lokalen Regierungsstellen (Local Government Units; LGUs) als Berater in allen Belangen des Küstenzonen-Managements. Die FARMCs versuchen zudem, politische Reformmaßnahmen in die Wege zu leiten und ein politisches Umfeld zu schaffen, das einer nachhaltigen Entwicklung und dem Management der Siedlungsgewässer förderlich ist.

Sieben Jahre haben Gloria C. Diaz und ihre Partner in den Philippinen an der Umsetzung ihres Projektes gearbeitet. Während der drei Projektphasen ist gemeinsam mit den Fischern und ihren Gemeinden ein Modell erarbeitet und erprobt worden, das die nachhaltige Entwicklung der Küstengewässer sichert. Das Konzept wird nun Teil des landesweiten Programms der Regierung. 

Weitere Informationen:

overview
Das Projekt wurde exemplarisch in zehn Gemeinden auf den Philippinen gestartet.

Was gerade passiert:

Das FARMC-Project Philippines wurde 2011 regulär beendet

Was wir bisher erreicht haben:

2004-2007

Im Mittelpunkt der ersten und zweiten Phase stand die Bildung von Kerngruppen mit Leitungsfunktion der FARMC (Core Group Building), die Erhebung von Daten zur Kennzeichnung der ökonomischen und ökologischen Situation, die Schulung der Mitglieder (z.B. in marine Ökologie, Fischereibiologie, betriebswirtschaftliche Grundlagen, Katastrophenmanagement) sowie die Entwicklung von Managementplänen in den zehn Modellgemeinden. Darüber hinaus wurden kleine Mikroprojekte geplant und durchgeführt, die konkrete Anliegen aufgreifen (Einrichtung von Schutzgebieten, Aufforstung von Mangroven, Förderung ökotouristischer Initiativen etc.).

Insgesamt wurden vielfältige Maßnahmen durchgeführt:

  • Aufbau einer starken Selbstorganisation zum Co-Management, Schulung der FARMC-Mitglieder
  • Ausbau der FARMC-Datenbank zum Management Informations- System
  • Ausbau des Fish Catch Monitoring and Database System NEMO
  • Kleinprojekte (SPOT) zum Meeresschutzgebietsmanagement
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Umsetzung des Fischerei-Rechts: Assistenz regulärer Ordnungskräfte
  • Integriertes Küstenzonen-Management für FARMCs
  • Erfahrungsaustausch durch gegenseitige Besuche
  • Informations- und Bildungskampagne
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Ausweitung und Bildung von Allianzen
  • Landesweite Umsetzung


Im Ergebnis sind während der ersten beiden Projektphasen die Grundlagen für eine lokales, partizipatives Küstenmanagement gelegt worden: die Fischer und ihre Familien in zehn Modellgemeinden sind im Hinblick auf die Wahrnehmung ihrer durch das philippinische Rechtssystem zugewiesenen Rolle bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der lokalen Küstengewässer gestärkt worden. Die zweite Projektphase war wegen der organisatorischen Umstrukturierung des Projektes auf ein Jahr begrenzt und diente neben der Fortführung der Trainingsprogramme auch der Evaluation der bis dahin geleisteten Arbeit.

2008-2011

Besonderes Augenmerk richtete das Projekt auf die Sensibilisierung der Menschen für die Belange der marinen Umwelt und hat für ein besseres gegenseitiges Verständnis der Ressourcen-Nutzer gesorgt. Es mobilisierte die Verwaltungen der Küstengemeinden für eine aktive Beteiligung an Maßnahmen zur Erhaltung der Meeresressourcen und den Schutz der Biodiversität und zur Beteiligung der verschiedenen Nutzergruppen an Entscheidungsprozessen. Es lieferte Beiträge für einen wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinden durch Maßnahmen zur Entwicklung nachhaltiger Fischerei und es unterstützte die Entwicklung eines verantwortlichen Verhaltens der Meeresnutzer für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen. Das Projekt hat durch seine Strategien und Maßnahmen zur Wissensvermittlung, zur Förderung sozialer Kompetenz und zur Teilhabe am Küstenzonenmanagement über die Projektgemeinden hinaus Beispiele für eine nachhaltige Entwicklung gegeben.

In besonderer Weise bewährt haben sich die Instrumente zum Fischerei-Management, die im Projektverlauf eingeführt und getestet wurden. Die Entwicklung von Konzept und Software für ein Datenbanksystems zum Monitoring des Fischfangs, die Sammlung von Erfahrungen im Umgang mit dem Instrument und dessen Anpassung und Perfektionierung an den drei Projektstandorten, hat das Bureau for Fisheries and Aquatic Resources (BFAR) als zuständige Behörde in diesem Sektor zur Übernahme des Ansatzes in ein nationales Programm veranlasst, dessen landesweite Umsetzung bereits angelaufen ist. Ebenfalls Eingang gefunden in das staatliche Programm hat das im Projekt entwickelte Trainingskonzept für Führungspersönlichkeiten der FARMCs, das so genannte Core Group Building, das die Kompetenz leitender Mitglieder dieser Gremien in Bezug auf ihre Rolle im partizipativem Management der Küstenregion fördert. Das BFAR unterstützt diese Initiativen und hat landesweit Schulungen für die FARMC-Koordinatoren bei nunmehr voller Finanzierung durch die Behörde durchgeführt.

 

FARMC 2004-2007

FARMC 2008-2010

Abschluss 2011

Sagay watchtower
Im Meeresschutzgebiet von Sagay stehen Wachtürme, auf denen FARMC-Mitglieder die Fischerei überwachen
Fishcatchdatabase
In Aroroy findet die Datenerhebung für die Fischfang-Datenbank direkt am Boot der Fischer statt
FARMC training
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschen und die Meeresorganismen war Thema der FARMC-Schulungen

Weitere Informationen:

Wer hat's gemacht

 Dr. G.C.Diaz

weiter

Mehr Information

Masifundise-Newsletter

weiter