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Effektives Fischereimanagement auf den Philippinen

Stärkung der Fisheries and Aquatic Resources Management Councils (FARMCs) – Phase III

 

Partner: Ocean Beacons, Inc. (OBI), Bacolod City, Philippines

Beteiligte: Küstenfischer und ihre Selbstorganisation in vier Schwerpunktregionen der Philippinen

Ökologie: Entlastung der marinen Ökosysteme und Sicherung der marinen Ressourcen.

Ökonomie: Verbesserung des Managements für eine nachhaltige Kleinfischerei.

Soziales: Zusätzliche Bildungsmöglichkeiten, Bildung von Netzwerken

Maßnahmen:

  • Aufbau einer starken Selbstorganisation zum Co-Management, Schulung der FARMC-Mitglieder
  • Ausbau der FARMC-Datenbank zum Management Informations System
  • Ausbau des Fish Catch Monitoring and Database System NEMO
  • Kleinprojekte (SPOT) zum Meeresschutzgebietsmanagement
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Umsetzung des Fischerei-Rechts: Assistenz regulärer Ordnungskräfte
  • Integriertes Küstenzonen-Management für FARMCs
  • Erfahrungsaustausch durch gegenseitige Besuche
  • Informations- und Bildungskampagne
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Ausweitung und Bildung von Allianzen
  • Landesweite Umsetzung

 

 

Welchen Wert hat das FARMC Projekt für die Philippinen?

Das Projekt, das Ende 2011 beendet wird, ist von besonderer Bedeutung. Es ermöglichte die Einführung der FARMC-Datenbank (Fisheries and Aquatic Resources Management Councils) und der Datenbank zur Überwachung der Fischfänge und Daten Managements (NEMO) an drei Standorten. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt, der Software-Entwicklung und deren ständige Anpassung haben das Amt für Fischerei und Meeresressourcen (BFAR) in die Lage versetzt, ein nationales Programm zur landesweiten Einführung von NEMO zu entwickeln. In der nächsten Zeit werden sich die Regionen auf die Umsetzung vorbereiten und dazu die erforderlichen Anweisungen von BFAR erhalten. Dies ist nur ein Teil der Ausweitung von Projektelementen. BFAR übernimmt auch die Komponente Kerngruppen-Training (Core Group Building) als eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau von Führungsqualitäten der FARMC-Mitglieder. Die Vorbereitungen in den Regionen, die diese Schulungen in ihrem Zuständigkeitsbereich durchführen wollen, sind bereits koordiniert worden. Die Maßnahmen werden aus der Überzeugung, dass das FARMC-Projekt sehr erfolgreich in diesen Bereichen war und eine Übertragung in den landesweiten Maßstab rechtfertigen, auf ganzer Ebene durch das BFAR unterstützt.

 

Aufbau starker FARMCs für ein Fischerei Co-Management

Als Ergebnis der Evaluation der zweiten Phase des FARMC-Projekts und unter Berücksichtigung der in den zehn Projektorten gesammelten Erfahrungen wird sich Ocean Beacons Inc. im ersten Projektjahr der dritten Phase auf drei Projektorte für den marinen Bereich (die Gemeinden Aroroy (Masbate), Looc (Romblon) und Lupon (Davao) sowie einen für den limnischen Bereich (Cuenca am Taal Lake) konzentrieren.

 

 

Förderprogramme für FARMC

Die FARMCs der einzelnen Projektorte werden beim Aufbau einer starken inneren Organisation unterstützt und erhalten für kleine Projekte und Aktivitäten die erforderlichen Mittel. Die in der Praxis gemachten Erfahrungen werden für die Weitergabe an andere FARMCs vollständig dokumentiert. Mit speziellen Maßnahmen wie Schulungen zum Projektmanagement, zur Dokumentation oder zum Monitoring, die auch auf die besonderen Wünsche und Erfordernisse der einzelnen FARMCs eingehen, wird die volle Funktionsfähigkeit gewährleistet.

 

Management Informationssystem: Die FARMC-Datenbank

Die FARMCs führen 2008 mit Hilfe der speziell für die Datenbank entwickelten Formulare eine sorgfältige Registrierung der Fischergemeinschaften durch. Alle bisherigen Informationen der Datenbank wurden aktualisiert und gesichert.

 

In Aroroy (Masbate) wurde das Datenbanksystem bereits installiert. Die hier in einem Probelauf gewonnenen Hinweise auf Verbesserungen sind bereits in die Software eingeflossen. Looc, Lupon und Cuenca werden mit der Einführung der Datenbank nachziehen. Durch die Projektmitarbeiter werden die Mitglieder der FARMCs sowie der Gemeindeverwaltung für die Anwendung des Programms entsprechend geschult.

 

 

Nemo: Datenbank für das Fischfang-Monitoring

Als ein Ergebnis der Pilotphase in der Gemeinde Aroroy wurde die Datenbank für das Fischfang-Monitoring - kurz Nemo - aktualisiert. Dieses wird auch in Looc und Lupon erfolgen, möglicherweise auch in Cuenca, und durch ein Trainingsprogramm begleitet. Mit diesem Update wird Nemo bereits im ersten bzw. zweiten Jahr der Einführung vor Ort verfügbar und einsatzbereit sein. Die Analyse der gesammelten Daten erfolgt durch den Fischerei-Management Kreis von Nemo. Die Datenbank wird den FARMCs rechtzeitigen Zugang zu sicheren Daten über den Zustand der Fischerei in ihrem Bereich ermöglichen und damit die Grundlage für ein angemessenes Fischereimanagement in den jeweiligen Gemeinden sein.

 

SPOT: Das Management von Meeresschutzgebieten (Marine Protected Areas, MPA)

Die FARMC-Mitglieder der drei Küstengemeinden sind bereits durch die Projektkomponente Special Project On-site Training, SPOT, im Management von Meeresschutzgebieten geschult und es wurden bereits erste Untersuchungen im Unterwasserbereich durchgeführt. Mit technischer Unterstützung von OBI werden nunmehr erforderliche Maßnahmen zur Einrichtung und Unterhaltung der Schutzgebiete unter Berücksichtigung der in den Voruntersuchungen gewonnenen Erkenntnisse durchgeführt. Das Projekt wird die FARMCs begleiten, um gemeinsam an den Management-Plänen zu arbeiten oder deren Umsetzung zu verbessern.

 

 

Anpassung an den Klimawandel

Als direkte Küstenbewohner sind die Fischer und ihre Familien den Auswirkungen des Klimawandels in besonderer Weise ausgesetzt. Im Rahmen des Projektes werden die FARMCs über die Effekte der Erderwärmung etwa im Hinblick auf Veränderungen der Fischerei, den Anstieg des Meeresspiegels oder das verstärkte Auftreten von Naturkatastrophen informiert. Darüber hinaus werden Möglichkeiten zur Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe vorgestellt. Mit der Wiederherstellung von Mangroven wird über die positiven Einflüsse auf das marine Ökosystem hinaus auch ein Beitrag zur CO2-Fixierung und zum Küstenschutz geleistet.

 

Die Nutzung erneuerbarer Energie zur Versorgung der Haushalte in den Küstenregionen etwa durch Solarpanels und Windgeneratoren wird zunächst vornehmlich zu Demonstrationszwecken an geeigneter Stelle eingeführt. Auch hierüber wird eine Auseinandersetzung der FARMC-Mitglieder und der öffentlichen Verwaltung mit Fragen des Klimawandels und einer daran orientierten Zukunftsplanung befördert.

 

Durchsetzung des Fischereirechts: Kenntnis von Rechten und Pflichten

Die Mitglieder der FARMCs haben die besondere Bedeutung einer genauer Kenntnis des geltenden Fischereirechts und ihren eigenen Möglichkeiten zu dessen Durchsetzung bei Rechtsverstößen in den Küstengewässern ihrer Gemeinde erkannt. Eine Training zur Assistenz der Fischereiaufsicht wird mit Unterstützung von Experten durch das Projekt angeboten. Die Umsetzung der Ausführungsverordnung Nr. 305 (EO No. 305) zur Registrierung aller Fischereifahrzeuge durch die Gemeinden ist bereits geschehen. Das Projekt wird die FARMCs bei Eingaben zur Verbesserung des kommunalen Fischereirechts und den Umweltrichtlinien unterstützen. Teil dieser Initiative ist auch die Schulung der FARMC-Mitglieder in Erster Hilfe und Notfall-Rettung zur Bildung von Einsatzkräften für den Katastrophenfall. Diese Maßnahme, die bereits Bestandteil des IKZM-Training der ersten Projektphase war, wird die Fähigkeiten zum Katastrophen-Management steigern.

 

Integriertes Küstenzonenmanagement (IKZM) für FARMCs

Die Aufstellung von umfassenden Entwicklungsplänen hat die FARMC-Mitglieder zum Entwurf einer langfristigen Perspektive für ihren Küstenbereich geleitet. Um die weitreichende Verantwortlichkeit des Managements im Küstenbereich und in der Fischerei zu demonstrieren, werden die FARMCs im Rahmen des Projektes bei der Fortschreibung ihrer IKZM-Pläne fachlich begleitet. Die FARMCs der drei Küstengemeinden haben derartige Pläne bereits in der der ersten Projektphase erarbeitet. Diese sollen nunmehr in die kommunalen IKZM-Pläne einfließen.

 

Wissensaustausch bei gegenseitigen Besuchen

Das Lernen durch den Austausch von Erfahrungen wird die Arbeit in den FARMCs verfeinern. In einem Besuchsprogramm werden die FARMCs der vier Projektregionen z.B. über erfolgreiche SPOT-Projekte wie MPA-Management, Aquakultur und anderes berichten können.

 

Informations- und Bildungskampagne

Um die Lernprozesse zu unterstützen, werden durch das Projekt Schulungsmaterialien erstellt. Mit Hilfe von Postern, Broschüren und anderen Darstellungen können verschiedenste Themen anschaulich und öffentlichkeitswirksam transportiert werden.

 

Öffentlichkeitsarbeit und Werbung

Über das Anliegen des Projektes und seine Wirkungen soll vor allem in den philippinischen Medien stärker informiert werden, um für die Arbeit der FARMCs landesweit zu befördern und generell zur Nachahmung des hier eingeschlagenen Weges anzuregen.

 

Ausdehnung und Bündnisse

Während die Umsetzung der oben genannten Hauptkomponenten weiterläuft, werden die vier am Projekt teilnehmenden FARMCs vornehmlich in den angrenzenden Gemeinden bei der Bildung und Stärkung der dortigen FARMCs assistieren.

 

Mit der Ausweitung soll zum einen das von den FARMCs gegebene Beispiel Schule machen, zum anderen aber soll damit ein Beitrag zu einem verbesserten, gemeinsamen Management der aneinandergrenzenden Fischgründe geleistet werden. Die in den ersten beiden Projektphasen entwickelten und erprobten Module des "Core Group Building" oder des "Capacity Building for FARMC Members" werden auch hier eingesetzt werden können. Ziel ist die Bildung von Partnerschaften zwischen den FARMCs sowie den jeweiligen Gemeindeverwaltungen.

 

"Core Group Building", "Capacity Building" und die Einführung der FARMC-Datenbanksystems als wesentliche Elemente zur Unterstützung des Fischereimanagements, können auf diese Weise weitergetragen werden. Darüber hinaus gibt es bereits einen Austausch mit anderen Gemeinden und deren FARMCs, die die Ausbildungsstrategie als auch einzelne Komponenten (wie etwa die Fischfang-Datenbank "Nemo") übernommen haben. Auch mit Vorhaben anderer Projektträger, z.B. GTZ–SUMACORE (Sustainable Management of Coastal Resources in Caraga & the Bicol Regions) besteht ein enger Erfahrungsaustausch.

 

Landesweite Umsetzung

Mit dem dritten Projektjahr wird vor allem die Einführung des FARMC-Datenbanksystems und der Fischfang-Datenbank auch in den weiteren Projektgemeinden fortgeschritten sein. Es ist geplant, mit Unterstützung des Bureau of Fisheries and Aquatic Resources, BFAR, diese beiden Komponenten landesweit einzuführen.

 

 

 

Kontakt:

Ocean Beacons Inc.

35 10th Lacson Street, Bacolod City 6100

Philippines

www.oceanbeacons.org.ph

 

 

Projektpartner:

www.oceanbeacons.org.ph

Zum Hintergrund:
Die FARMCs geben dem "Fisherfolk" die Möglichkeit zu einer wirkungsvollen Mitgestaltung der Küstenzone und der Entwicklung eines nachhaltigen Fischereimanagements... weiter

 

FARMC-Projektphasen:

FARMC-Project Philippines endete 2011

FARMC-Projekt Phase I

FARMC-Projekt Phase II

FARMC-Projekt Phase III

 

Berichte:

FARMC 2008: Jahresbericht

FARMC 2009: Jahresbericht

FARMC 2010: Jahresbericht

Bericht zum I. International Workshop on Coastal Management

Bisherige Projekt-Phasen:

FARMC-Project I (2004-2007)

FARMC-Project II (2007-2008)

Der philippinische Archipel besteht aus mehr als 7.000 Inseln, von denen nur etwa 880 bewohnt sind.