Test Design Lighthouse


Eine neue Ausstellung im ‚EcoCentro Puerto Madryn’

Das Haus auf der Klippe

Das EcoCentro in Puerto Madryn, Patagonien, Argentinien ist das erste und einzige Bildungszentrum in Argentinien, das sich ausschließlich mit dem Ökosystem Meer und insbesondere dem Südwest-Atlantik befasst. Seit der Einweihung im Juni 2000 wirbt die gemeinützige Einrichtung für einen harmonischen und ausgeglichenen Umgang mit der marinen Umwelt, für den Schutz der Ozeane und die Nachhaltigkeit der Nutzung mariner Ressourcen.

 

Das Gebäude mit einer Grundfläche von 1.800 m² liegt auf einer Klippe hoch über dem Meer mit Blick auf die nahgelegene Stadt Puerto Madryn. Es wurde mit privaten Mitteln errichtet, die Stadt Puerto Madryn stellte das Grundstück zur Verfügung und das EcoCentro verpflichtete sich im Gegenzug kostenlose Bildungsprogramme für die örtlichen Schulen anzubieten.

 

Puerto Madryn ist eine Küstenstadt in Patagonien mit etwa 70.000 Einwohnern und ist das Zentrum für touristische Aktivitäten an patagoniens Küste. Die Halbinsel Valdes, nur etwa 100 Kilometer von Puerto Madryn entfernt, zählt seit 1999 als Gebiet mit globaler Bedeutung für die Erhaltung von Meeressäugern zur World Heritage List der UNESCO. Das Schutzgebiet ist eine touristische Hauptattraktion der Region und einer der besten Plätze zur Begegnung mit Südlichen Glattwalen, See-Elefanten, Seelöwen und Magellan-Pingiunen. Wegen seiner günstigen Lage ist das EcoCentro daher besonders geeignet, einheimische und internationale Besucher über das Meer zu informieren und für die Belange des Meeresschutzes zu sensibilisieren.

 

Arbeitsprogramme in Bildung, Wissenschaft und Kunst

Wie ein Leuchturm erhebt sich der Turm des EcoCentro über die Klippen.
Die Ausstellung zeigt die Welt des Südwest-Atlantiks.

Das Verständnis darüber, wie alle Organismen und Vorgänge im Ökosystem der Meere miteinander verknüpft sind, ist entscheidend für die Entwicklung einer langfristig ausgerichteten, aktiven und verantwortlichen öffentlichen Meinung. Mit seinen Ausstellungen präsentiert das EcoCentro wirkungsvolle und präzise Informationen zu Sachverhalten der marinen Umwelt. Darüber hinaus ist es auch eine Zielsetzung des EcoCentros die Fantasie anzuregen und den Besucher zum selbständigen Entdecken der Meereswelt anzuregen.

Seit seiner Eröffnung hat das EcoCentro eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt, die drei programmatischen Bereichen zugeordnet sind: Bildung, Wissenschaft und Kunst.

 

Die Mitarbeiter des EcoCentro sind sehr aktiv bei der Entwicklung von Bildungsprogrammen, die sich an Studenten richten, die im Rahmen von sogenannten ‚Bildungs-Trips’ nach Puerto Madryn kommen. Spezielle Programme sind für Schulen entwickelt und den Bedürfnissen und Bildungsständen entsprechend angepasst worden. Schätzungsweise 42.000 Kinder haben in den vergangenen vier Jahren das EcoCentro besucht und an verschiedenen Bildungseinheiten teilgenommen.

 

Innerhalb des wissenschaftlichen Programms werden Vorhaben der Meeresforschung durchgeführt. Zudem sind die Mitarbeiter dieses Bereichs mit der Übertragung wissenschaftlicher Informationen in eine allgemeinverständliche Form befasst. Dauerhafte und vorübergehende Ausstellungen, Vorträge und Veröffentlichungen sind eine gute Gelegenheit, um die Aufmerksamkeit auf besonders relevante Probleme und den Meeresschutz im allgemeinen zu lenken.

 

Im Hinblick auf das ‘Kunst-Programm’ erlauben die häufigen Veranstaltungen (z.B. Musik, Literatur, Lesungen usw.) der Institution des EcoCentro eine wesentliche Rolle im kulturellen Leben der Stadt und darüber hinaus einzunehmen. Außerdem wurden die Räumlichkeiten des EcoCentro bei zahlreichen lokalen und regionalen Treffen sowie technischen Seminaren zum Umwelt- und Meeresschutz als Tagungsort genutzt.

 

Seit seiner Eröffung hat die Zahl der Besucher zugenommen und erreicht für den Zeitraum 2000-2004 insgesamt 150.000. Wichtig ist dabei festzuhalten, dass die Zahl der Besucher stabil blieb, als Argentinien im Jahr 2002 eine schwere wirtschaftliche und politische Krise durchmachte. Mit diesem Hintergrund ist das EcoCentro in Puerto Madryn die wichtigste lokale Einrichtung für marine Umweltbildung geworden, die für Nachhaltigkeit der Nutzung mariner Ressourcen wirbt und einen angemessenen Raum für kulturelle Veranstaltungen bietet.

 

Ein neuer Blick auf den Südwest-Atlantik

 

Die neue Ausstellung soll mit einer umfassenden und ökosystemischen Perspektive das Ökosystem des südwestlichen Atlantiks vorstellen. Die Besucher sollen durch verschiedene Darstellungsformen und unter Abdeckung eines breiten Themenkreises in die Probleme der marinen Umwelt eingeführt werden.

 

Die Besucher sollen aus der Ausstellung die Erkenntnis mitnehmen, dass das Ökosystem Meer ein große und komplexe Einheit ist. Trotz seiner Ausmaße und machtvoller Erscheinung ist es dennoch sehr empfindlich und alles, was auf einen seiner Teil einwirkt, beeinflusst dass ganze System. Die zentrale Ausstellung soll ein angemessenes Bewusstsein für unsere Verantwortlichkeit für die gegenwärtigen Vorgänge in den Ozeanen und die natürlichen Ressourcen herbeiführen.

 

 

In der großen Halle wird die Hauptausstellung gezeigt.
Schätzungsweise 42.000 Kinder haben in den vergangenen vier Jahren das EcoCentro besucht und an verschiedenen Bildungseinheiten teilgenommen.

Die neue Ausstellung wird Themen ansprechen wie:

  • Satelliten-Sicht auf das gesamte marinen Ökosystems (als Versuch, mit großskaliger Perspektive die allgemeinen Phänomene auf Ökosystemniveau zu zeigen)
  • Meeresströmungen und Grenzlinien (z.B. Brasilstrom, Falkland-/Malvinenstrom, Antarktischer Zirkumpolarstrom)
  • Geomorphologie (einschließlich der Themen wie Argentinisches Kontinentalschelf, Canyons, Seamounts usw.)
  • Die Wassersäule (Licht und Produktivität, Phytoplankton, Zooplankton, Nährstoffzyklus, Nahrungskette, trophische Ebenen, Nahrungsnetze, vertikale Wanderungen, Tiefseeorganismen usw.)
  • Primärproduzenten, Konsumenten (als ökosystemische Perspektive zur Verdeutlichung interspezifischer Abhängigkeiten)
  • Küsten- und Tidengewässer-Systeme (Anpassung der Organismen an veränderliche Umweltbedingungen)
  • Spezies der ‘Meereslandschaft’ Südwest-Atlantik (Magellan Pinguin, Schwarzbrauen-Albatross, Südlicher Seelöwe, Schwarzer Seehecht)
  • Leitarten (Südlicher Glattwal, Südlicher See-Elefant, Orca)
  • Meeresverschmutzung, Küstenabtragung, Klimawandel
  • Ausbeutung der Meeresressourcen und nachhaltige Fischerei, Klein- und industrielle Fischerei, wirtschaftlich genutzte Arten im Südwest-Atlantik, Fischerei-Technik und deren Auswirkung (Beifang, Habitatzerstörung, Auswirkung der Grundnetzfischerei usw.)
  • Vorsorgeprinzip und die Notwendigkeit der Nachhaltigkeit von Meeresnutzungen
  • Meeresschutzgebiete als Instrumente verbesserten Fischerei-Managements und zum Schutz mariner Biodiversität
  • Nationale und Internationale Instrumente zur Regelung von Aktivitäten auf dem Meer und zum Schutz wandernder Meeresorganismen
  • Aktuelle Schutzbestrebungen
  • Das Meer als wichtiger Teil lokaler Geschichte und Kultur

 

Projekt-Koordinator ist Dr. Rodolfo Werner Kinkelin, derzeit Wissenschafts-Koordinator im EcoCentro Puerto Madryn.

 

 

Nach oben

Puerto Madryn liegt am Golfo Nuevo südlich der Halbinsel Valdés, einem UNESCO-Weltnaturerbe, an der Atlantikküste in der zu Patagonien gehörenden Provinz Chubut.