Children in Guna Yala, Panama
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Panama: Nachhaltige Nutzung mariner Ressourcen in Guna Yala

Worum es geht:

Guna Yala, das „Land der Guna“, ist eine teilautonome Region im Norden Panamas an der Karibikküste. Seit einer Revolution 1925 besitzen die Guna das von ihnen bewohnte Land und das exklusive Nutzungsrecht der natürlichen Ressourcen. Ihre vielfältige,jahrhundertealte indigene Kultur unterliegt heute vielen Einflüssen.

"Unser Ansatz besteht darin, die Menschen zu informieren, so dass sie die Probleme verstehen und gezielt darauf hinarbeiten können, das Ressourcen-Management zu verbessern und die Gemeinden bei einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen zu unterstützen."

Seit 2004 arbeiten die Fundación BALU UALA und mehrere Gemeinden in der autonomen Region Guna Yala an der Karibikküste Panamas zusammen in diesem Projekt. Die Säulen des Projektes in Wargandup, Digir, Niadup, Uggubseni und Dad NaggweDubbir sind Umwelterziehung, Meeresschutzgebiete (Marine Protected Areas, MPA), nachhaltige Landwirtschaft und Abfallwirtschaft.

Für die Umsetzung sind von den Gemeinden spezielle Kommissionen gebildet und geschult worden. Die Hauptfunktion der Kommissionen, die von einem Umwelterzieher unterstützt werden, ist die Kontrolle und Förderung der marinen Schutzgebiete, das Angebot von Umweltbildung zu relevanten Themen in den jeweiligen Gemeinden, die Förderung der Abfallwirtschaft (z.B. durch Schulungen und Reinigungsaktionen), die Unterstützung nachhaltiger Fischerei durch Einhaltung der Regelungen der Selbstverwaltung Congreso General Guna (CGG) und die Förderung einer nachhaltigen lokalen Lebensmittelproduktion.

Was gerade passiert:

Im Einklang mit unseren erklärten Zielen wurden die diesjährigen Aktivitäten der formalen Gründung einer Genossenschaft gewidmet und gaben ihren Mitgliedern die notwendigen Kenntnisse und Werkzeuge, damit sie erfolgreich betrieben werden kann.

Die erste ordentliche Jahreshauptversammlung sollte im Juni 2018 stattfinden. Als offizieller Name der Genossenschaft wählten wir ISBERGUN GALU, was sich auf den Isber-Baum (in Spanisch Níspero) bezieht, der sehr hartes und haltbares Holz hat.

Zunächst wird die Genossenschaft vor allem als Markt für den Handel mit lokal und nachhaltig produzierten Lebensmitteln wie Gemüse, Getreide, Obst und Meeresfrüchten sowie Handwerk fungieren. Zur Zeit haben wir alle erforderlichen Schulungen absolviert und alle notwendigen Unterlagen eingereicht, die in der regionalen IPACOOPGeschäftsstelle in Colón überprüft werden. Wir können nur auf einen relativ schnellen bürokratischen Prozess hoffen, da die übermäßig langen Wartezeiten frustrierend und entmutigend wirken.

Die Mitglieder der Genossenschaft
Die Mitglieder der Genossenschaft legen ihren offiziellen Eid ab.

Was wir bisher erreicht haben:

2004 - 2007

Erste Bildungsveranstaltungen in sechs, später zwölf Gemeinden Guna Yalas zu den Themen Meeresbiologie und -ökologie, Naturschutz, Korallenbiologie und Umwelterziehung.

In jeder Gemeinde wurde mindestens ein freiwillliger Projektrepräsentant gefunden und ausgebildet.

Spezielle Unterrichtsmaterialien, Videos, Faltblätter, Poster werden von Balu Uala entwickelt

Aufbau eines grundlegenden Fischerei-Monitoring-Programms mit der Erhebung von Daten zu Artenzahl, Biomasse, Geschlecht, fischereilichem Aufwand, Fangplätzen, Eigenbedarf oder Export usw.

In zwölf Gemeinden wurden die Fischer registriert und die gängige Praxis überprüft. In jeder Gemeinde gibt es jetzt einen Fischereiinspektor, der die täglichen Fangzahlen dokumentiert, die Fänge inspiziert und illegale Fänge wie zu kleine oder eiertragende Hummer konfisziert.

Sechs Gemeinden richten Meeresschutzgebieten (MPA) ein. Ein MPA-Kommission aus 8 bis 15 Mitgliedern übernehmen die Betreuung und erweisen sich als effektives Mittel für das Korallenriff-Management.

Durch die Schutzgebiete erhöhen sich die Zahlen der Langusten sowie der jungen Snapper und Goldbrassen. Damit steigt das Interesse der Gemeinden deutlich, sich an dem Vorhaben zu beteiligen.

2008- 2017

In jeder Inselgemeinde setzen jetzt ein oder zwei Projektmitarbeiter und Mitglieder der MPA-Kommissionen das Bildungsprogamm um. Das Bildungsprogramm wurde inzwischen auf insgesamt 13 Inselgemeinden ausgedehnt.

Die von den Gemeinden gewählten Fischerei-Inspektoren überwachen die fischereibezogenen Regulationen. Die Überwachung der Meeresschutzgebiete ist inzwischen gängige Praxis der Gemeindearbeit.

Insgesamt sind bislang neun Meeresschutzgebiete eingerichtet worden.

Der General Guna Congress kündigt 2009 nach Querelen die gute Zusammenarbeit auf. Die Vereinnahmung der Idee einer nachhaltigen Nutzung der Meeresressourcen als wichtiges Projektziel wurde dadurch allerdings beschleunigt.

MPA-Kommissionen übernehmen landwirtschaftliche Aufgaben auf dem Festland und greifen das Thema Müll und Abfall auf. Insgesamt wird die Rolle der Kommissionen in den Gemeinden stärker und eigenverantwortlich.

Bildung einer Genossenschaft zur Ausbildung einer ökologischen Landwirtschaft.

Das Korallenriff-Monitoring zeigt eine relativ intakte Situation der Korallen und in Teilbereichen Überfischung.

Veranstaltung des ersten „Festival del Mar“ seit 2005.

Meeresschutzgebiete sind in allen Gemeinden respektiert, die Hummer-Fischerei als Folge von anderen Einkommensquellen zurückgegangen.

Neuer Fokus Umweltverschmutzung durch Abfälle und den Abbau von Sand und Korallen für Bauzwecke.

Projektaktivitäten 2017

Projektaktivitäten 2016

Projektaktivitäten 2008-2015

Projektaktivitäten 2004-2007

Weitere Informationen:

Wer hat's gemacht

 Fundación Balu Uala

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Mehr Information

Korallenriffe - 280.000 km² un­ter dem Meer

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