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Die Wasserbedeckung der Erde auf einer nördlichen "Land-Halbkugel" (oben) und einer südlichen "Wasser-Halbkugel" (unten)

Planet Erde - Planet Ozean

Die Ozeane sind nicht gleichmäßig über die Erde verteilt, ihre Lage und Größe ist - zumindest in langen Zeiträumen - veränderlich. Die schollenartig zusammengesetzte Erdkruste ist in ständiger Bewegung und durch die Drift der Kontinente entstehen neue Ozeane während andere verschwinden oder mit ihren Böden teilweise unter Kontinentalschollen abtauchen. Gegenwärtig sind mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche von Wasser bedeckt, und 97 % allen Wassers auf der Erde ist Meerwasser. Alle Meere sind miteinander verbunden und bilden letztlich ein zusammenhängendes Weltmeer.

 

Auf der nördlichen Hälfte des Globus mit den ausgedehnten Landmassen der nordamerikanischen und eurasiatischen Kontinente beträgt der Landanteil 39%, der Meeresanteil mit 155 Millionen km² somit 61%. Auf der Südhalbkugel hingegen liegen nur die südlichen Spitzen der Kontinente Südamerika und Afrika sowie die Kleinkontinente Australien und Antarktika, die zusammen eine Landbedeckung von nur 19% ausmachen. 207 Millionen km² oder 81% der Fläche sind hingegen von Wasser bedeckt.

 

Die Kontinente und die ihnen vorgelagerten Inseln gliedern das Weltmeer in den Atlantischen, den Pazifischen und den Indischen Ozean, die durch den antarktischen Wasserring miteinander in freier Verbindung untereinander stehen. Selbstständige Polarozeane werden nicht unterschieden, das Nordpolarmeer wird dem Atlantik zugerechnet.

 

Festlandsflächen und Inselketten schnüren einzelne Meeresgebiete mehr oder weniger ab und machen sie zu Nebenmeeren. Randmeere wie die Nordsee oder das Beringmeer sind dem Festland nur seitlich angelagert. Mittelmeere wie das europäische Mittelmeer, die Karibik oder das Nordpolarmeer sind in größerer Breite vom Land umschlossen.

 

So gut vermessen und kartografisch erfasst der Küstenverlauf der Ozeane auch ist, so unvollkommen ist das Wissen über das Relief des Meeresbodens. Erst 1995 veröffentlichte die US-Marine Gravitationswerte der Erde, aus denen Ozeanografen einen Meeresboden-Atlas von enormer Präzision erstellten. Er zeigt die Topografie mit einer Auflösung von 6 Kilometern.

 

Von Pol zu Pol

Die Verteilung der Meeresflächen von Pol zu Pol verdeutlicht, welche Teile in warmen oder kalten, feuchten oder trockenen Erdregionen liegen. Man erkennt die äquatornahe und südliche Lage des Indischen Ozeans und die große Weite des Pazifischen Ozeans im Bereich der Tropen und Subtropen (bis etwa 45° beiderseits des Äquators), während der Atlantik mit fast gleichmäßiger Breite die polaren Regionen der Erde verbindet.

 

40% der Erdoberfläche liegen in tropischen Klimazonen zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis (23°27’ nördlicher und südlicher Breite). Hier, wo die intensive Sonneneinstrahlung zu einer hohen Verdunstungsrate besonders über den Meeren führt, wirken die Ozeane stark auf den Wärme- und Wasserhaushalt der Erde ein.

 

Große Unterschiede zwischen den Ozeanen bestehen hinsichtlich der Ozeanfläche und der Größe des festländischen Wasser-Einzuggebietes. Der Atlantik ist meist von stark gegliederten Flachländern umgeben, in die sich die großen Ströme wie beispielsweise Amazonas, Mississippi, Kongo, Niger, Nil ergießen. Der Indische Ozean wird nur von kleinen, teilweise im Trockengürtel der Erde liegenden Landmassen umgeben. Nennenswerte Zuflüsse sind der Sambesi oder Ganges.

 

Der Pazifische Ozean hingegen ist fast vollständig von hohen Kettengebirgen begrenzt. An der Ostseite des Riesenozeans sind es nur mittelgroße Flüsse wie Columbia oder Colorado, an der Westseite immerhin der Amur oder Jangtse, während vom australischen Kontinent keine größeren Wassermengen abgegeben werden.

 

Über die Größe der Erde waren sich die Menschen über viele Jahrtausende im Unklaren. Eine Berechnung von erstaunlicher Genauigkeit machte vor mehr als 2.000 Jahren ein Bibliothekar in Alexandria.