Test Design Lighthouse


Internationales Reglement und Fischerei-Management

Trotz nationaler Regelungen und internationaler Verträge zur Sicherung der Fischbestände ist eine positive Entwicklung nur allmählich erkennbar. In vielen Staaten existieren gar keine Pläne zum Fischereimanagement und dort wo es sie gibt, mangelt es zumeist an Durchsetzung und Kontrolle von Quoten.

 

Beispiel Europa. Die Bewirtschaftung der europäischen Fischbestände erfolgt gemeinsam mit Norwegen durch eine gemeinsamen Fischereipolitik, die in erster Linie den Zugang und die Aufteilung der Ressourcen unter den Mitgliedsstaaten regelt. Die erlaubten Gesamtfangmengen werden durch die EU gemeinsam mit Norwegen festgesetzt und als nationale Quoten an die Länder vergeben. Grundlage für Festsetzungen der Fangquoten sind die wissenschaftlichen Empfehlungen durch den Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES, International Council for the Exploration of the Sea) in Kopenhagen.

 

Die später auf der politischen Ebene tatsächlich festgelegten Quoten liegen aber meist erheblich über diesen Empfehlungen. Das Quotenmanagement hat demnach nicht, wie beabsichtigt, zum Schutz und Erhalt der Bestände geführt, sondern eher zur Legitimierung der Plünderung.

 

Internationale Regelungen sind jedoch notwendig, weil die Bestände vieler Fischarten wandern und Fischfang daher auch in internationalen Gewässern betrieben wird. Das UN-Abkommen zum Schutz von weitwandernden Fischarten von 1995 (Agreement on Straddling Fish Stocks and Highly Migratory Fish Stocks) befasst sich mit der Hochseefischerei (d.h. außerhalb der nationalen 200-Meilen-Wirtschaftszone) und weist den Fischereinationen die Verantwortung zu, Fischressourcen nach dem Vorsorgeprinzip nachhaltig zu bewirtschaften. Seit Dezember 2001 ist es in Kraft. Es gestattet den Beitrittstaaten den Zugang zu ausgewählten Fangregionen und regelt die Kontrolle bei Verstößen.

 

Auch die FAO ist seit 1995 bestrebt, einen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Fischerei (Code of Conduct for Responsible Fisheries) umzusetzen, um die Nachhaltigkeit der Fischerei sicherzustellen. Er zielt darauf ab, soziale, wirtschaftliche und Umweltaspekte der Nutzung von Fischressourcen zu harmonisieren und eine Annäherung widersprüchlicher Interessen und politischer Zielsetzungen zu schaffen.

 

Institutionen und Abkommen

Weitere wichtige internationale Organisationen, Konventionen und Abkommen zu Meeresschutz und Meeresnutzung sind:

  • ICES International Council for the Exploration of the Sea
  • NAFO Northwest Atlantic Fisheries Organization
  • NEAFC North-East Atlantic Fisheries Commission
  • NASCO North Atlantic Salmon Conservation Organization
  • CCAMLR Convention of the Conservation of Antarctic Marine Living Ressources
  • FAO Food and Agriculture Organization (UN)
  • ICCAT International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas
  • CECAF Fishery Committee for the Eastern Central Atlantic
  • IWC International Whaling Commission
  • ICSEM International Commission for the Scientific Exploration of the Mediterranean
  • GFCM General Fisheries Commission for the Mediterranean
  • IBSFC International Baltic Sea Fisheries Council
  • UNCLOS Convention on the Law of the Sea
  • CFP Common Fisheries Policy of the EU
  • UN Agreement on Straddling Fish Stocks and Highly Migratory Fish Stocks

 

Fischen in fremden Gewässern - Distant water fleet

Armut ist einer der Schlüsselfaktoren schrumpfender Fischbestände in Regionen, in denen viele Küstenbewohner durch Fischerei ihr Überleben zu sichern suchen. Verschärft wird die Situation auch dadurch, dass große Teile der von Industrienationen importierten Meeresfrüchte eben aus Gewässern von Entwickelungsländern stammt.

 

'Vergessene' Trawler an Mauretaniens Küste

Die europäischen Staaten müssen mehr als 50% der dort verzehrten Fische importieren. Die Schere zwischen Konsum und Produktion öffnet sich jährlich um 15-20%. Der Grund liegt nicht nur in dem deutlich gestiegenen Verbrauch, sondern auch in der notwendig gewordenen Reduktion der Fangmengen in den überfischten europäischen Gewässern. Da die Fischereiflotten nicht mit den Fangmengen schrumpfen, existieren derzeit zu hohe Fangkapazitäten.

 

Die EU schließt daher seit vielen Jahren Fischereiabkommen ab, um die eigenen Bestände zu schützen und die europäische Fischindustrie zu protektionieren. Derzeit existieren mit 15 AKP (Afrika, Karibik, Pazifik)-Staaten Fischereiabkommen, die den Zugang der EU in deren ausschließlicher 200-Meilen Wirtschaftszonen überwiegend durch finanziellen Ausgleich regeln. Damit subventioniert die EU den Export von Überkapazitäten und Überfischung.

 

Diese Fischereiabkommen missachten die UNCED Deklaration von Rio 1992, welche besagt, dass das Recht zu fischen von der Pflicht bedingt und begleitet ist, Ressourcen für gegenwärtige und zukünftige Generationen zu managen und zu erhalten. Doch die Prinzipien von nachhaltiger Ressourcenausbeutung und Rücksichtnahme auf die verwundbare Position der Entwicklungsländer wird offensichtlich ignoriert.

 

 

 

Fischerei:

Nachhaltige Fischerei?

Überfischung - Raubzüge durch die Meere

Fischfang im Nahrungsnetz

Internationales Reglement und Fischerei-Management

Fischerei im Südlichen Ozean

Der Fall des Schwarzen Seehecht

WWW: