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Analyse: Nachhaltige Meeresfrüchte für die öffentliche Gesundheit

Bei der Auswahl von Meeresfrüchten gibt es zahlreiche Optionen und einige Dinge, die von besonderem Interesse sind: Ist der Fisch eigentlich gesund? Ist er unbelastet? Wurde er nachhaltig produziert? Es gibt zwar viele Ratgeber und Rankings als Entscheidungshilfe - es gibt sogar eine App für's Smartphone - doch eine Gruppe von Forschern kennt eine einfache Faustregel.

 

Abschlussbericht 2013

 

„Wenn der Fisch nachhaltig produziert ist, dann ist es wahrscheinlich auch gesund ihn zu essen“, sagte Leah Gerber, außerordentliche Professorin und Nachhaltigkeitsforscherin an der Arizona State University.

 

Gerber und ihre Kollegen analysierten die vorhandene Literatur zu Fischen, um zu sehen, welche durchweg gesünder sind, welche einen hohen Quecksilbergehalt aufweisen oder welche Bestände überfischt sind. Ihre Ergebnisse sind 2012 in den Frontiers in Ecology and the Environment, eine Publikation der Ecological Society of America veröffentlicht worden.

 

In ihrem Artikel „Sustaining Seafood for public health“ bringen Gerber und ihre Mitautoren Roxanne Karimi und Timothy Fitzgerald erstmals verschiedene Nachhaltigkeits-Rankings mit artspezifischen Gesundheitsparametern, darunter der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und Belastungen mit Quecksilber zusammen.

 

„In der Regel sind größere, langlebige Fische wegen der Dauer ihres Lebens und ihres Position in der Nahrungskette eher Belastungen durch Giftstoffe ausgesetzt“, erläutert Gerber. „Sie sind also am besten bedient wenn Sie sich davon fern halten - wie etwa von Blauflossen-Thun oder Stör. Außerdem sind deren Bestände durch die Fischerei erschöpft.“

 

Bessere Entscheidungen könnten Alaska Pollock oder Makrele sein, sagte Biologin und Sushi-Liebhaberin Gerber. In der Tat wuchs die Forschung aus ihrem Interesse, mehr zu erfahren über die angebotenen Fische und die Entscheidungswege, die sie und ihre Freunde beim Fischkauf beschreiten. In einem Fall bestellten Freunde zu Gerbers Bestürzung Blauflossen-Thun: „Dass meine umwelt- und gesundheitsbewussten Freunde nicht wussten, dass diese Art eigentlich Tabu ist, machte mich nachdenklich darüber, wie kompliziert die Entscheidung geworden ist, welche Meeresfrüchten gegessen werden sollten“, erinnert sie sich. „Wie finden die Konsumenten von Meeresfrüchten eine fundierte Entscheidung auf der Basis von ökologischen Risiken, Gesundheitsrisiken (Quecksilber) und dem Nutzen für die Gesundheit (Omega)?“

 

Gerber, Karimi und Fitzgerald begann in der Literatur zu graben und bauten eine Datenbank auf, die sowohl ökologische und gesundheitliche Parameter von Meeresfrüchten vereint.

 

„Wir haben die Datenbank verwendet, um nach Ähnlichkeitsmustern zwischen ökologischen und gesundheitlichen Parametern zu suchen und festgestellt, dass in der Regel ein gewählter gesunder Fisch auch ein nachhaltig produzierter Fisch ist“, sagt Gerber. „Gute Nachrichten also für Sushi-Liebhaber! Wählen Sie die nachhaltige Option und Sie erhalten das bessere Omega-3-Angebot ohne eine Quecksilbervergiftung zu riskieren.“

 

Die Besorgnis über den Zusammenbruch überfischter Fischbestände und die Nahrungsmittelsicherheit beim Konsum von Meeresfrüchten können die Entscheidung, welche Fischarten am besten zu essen sind, erschweren. In den letzten Jahren hat sich die öffentliche Aufmerksamkeit zunehmend auf Umweltschadstoffe im Meer gerichtet, die für den Konsumenten von Meeresfrüchten bei entsprechend hohen Dosen giftig sind.

 

Aufklärungskampagnen wurden initiiert, um die Verbraucher über nachhaltig erzeugte Meeresfrüchte zu informieren sowie über die Fische aufzuklären, die für den menschlichen Verzehr als sicher gelten. „Wir fanden, dass nicht nachhaltig erzeugte Meeresfrüchte eben auch höhere Gesundheitsrisiken bergen (gezeigt an der Quecksilber-Konzentrationen) und nicht zwangsläufig größere gesundheitliche Vorteile (wie Omega-3-Fettsäure-Konzentrationen) im Vergleich zu nachhaltigen Meeresfrüchten aufweisen. Unsere Ergebnisse haben weitreichende Auswirkungen für neue, wirksame Ansätze zur Aufklärung der Verbraucher über die gesundheitlichen Risiken und die Vorteile unterschiedlicher Meeresfrüchte, die gleichzeitig die ökologischen Folgen von Fischerei und Fischzucht aufgreifen.

 

Fisch und andere Meeresfrüchte sind in der Regel ein gesundes Nahrungsmittel (Dorea 2005; McMichael and Butler 2005). Sie sind reich an hochwertigen Proteinen, Vitaminen und Mineralien, und einige Arten haben einen hohen Gehalt an langkettigen Omega-3-Fettsäuren, namentlich Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) (Meyer et al. 2003). Zahlreiche Studien zeigen, dass der Verzehr von fettem Fisch und Fischöl den Schwangerschaftsverlauf sichert (Olsen et al 1993.. Buck et al. 2003), das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen reduziert (Siscovick et al. 1995;. Bouzan et al. 2005; König et al. 2005) und andere gesundheitliche Vorteile mit sich bringt (Simopoulos 1991).

 

Der nächste Schritt ist für Gerber die Entwicklung eines Werkzeugs, mit dem Fischkonsumenten intelligentere Entscheidungen treffen können. „Wir wollen den Menschen helfen, Fische auszuwählen, die sowohl umweltfreundlich als auch gesund sind.“

 

 

 

Projektpartner:

Leah R. Gerber

Arizona State University (SLS)

P.O.Box 871501

Tempe

Arizona 85287-1501

USA

 

Berichte:

Abschlussbericht 2013

Bericht 2012

 

Frontiers in Ecology and the Environment

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