Test Design Lighthouse


Philippinen: Meereskunde für Seefahrer

Partner: PROSEA Foundation, Ocean Beacons International

Beteiligte: Dozenten und Studenten der Seefahrtsschule Palompon

Ökologie: Besserer Schutz der Meeresumwelt vor Belastungen durch die Schifffahrt

Ökonomie: Positionierung eines wichtigen Themas in der Berufsausbildung und Technik

Kultur: Diversifiziertes Ausbildungsprogramm für mehr verantwortliches Handeln

Maßnahmen:

  • Umweltbezogenes Schulungskonzept für angehende Nautiker und Schiffsingenieure
  • Testphase der Kurse im internationalen Kontext
  • Einführung der Kurse mit verbindlichen Lerninhalten für die Ausbildung

Die International Maritime Organization (IMO) ist als Einrichtung der Vereinten Nationen verantwortlich für die Verbesserung der maritimen Sicherheit und die Verhütung von Umweltverschmutzung durch Schiffe. Die Philippinen sind einer der derzeit 133 Unterzeichnerstaaten der IMO. Im Juni 2010 änderte die IMO die Normen für Ausbildung, Zertifizierung und Wachdienst von Seeleuten (Standards of Training, Certification and Watchkeeping, STCW-Code). Der STCW-Code ist maßgeblich für den Inhalt der Ausbildung von Seeleuten weltweit. Zum ersten Mal wurden dabei die Wissensvermittlung von Meeresthemen und die Sensibilisierung für mögliche Umweltschäden durch die Schifffahrt in den Katalog mit aufgenommen. Bis Januar 2013 soll das Programm zum Standard an allen Seefahrtsschulen weltweit gehören.

 

Die Niederlande hatten die Initiative ergriffen, ein modellhaftes Schulungskonzept zu entwickeln und mit der Ausführung die PROSEA Foundation beauftragt. PROSEA war an der Entwicklung der ersten marinen Umweltbildungskurse beteiligt und hat diese Art von Training bereits seit 1999 gemeinsam mit verschiedenen Seefahrtsschulen und Reedereien in Europa durchgeführt. Das neu entwickelte Schulungskonzept für den „Marine Awareness Course“ (MAC) wurde der IMO vorgelegt und ist im Juni 2010 auf einer Konferenz in Manila angenommen worden.

 

Ein neues Ausbildungskonzept musste weltweit umsetzbar sein und PROSEA hat zusammen mit der philippinischen NGO Ocean Beacons International (OBI) und dem Netherlands Shipping Training Centre (NSTC) an der weiteren Entwicklung, praktischen Umsetzung und Einführung eines in Europa bereits erprobten Kurses in der Philippinen gearbeitet. Der Ort war bewusst gewählt, denn etwa 270.000 Männer und Frauen philippinischer Nationalität sind in der internationalen Schifffahrt beschäftigt und machen die Philippinen damit zur weltweit größten Seefahrernation.

 

Vom 27. September bis zum 1. Oktober 2010 haben PROSEA und OBI auf Anregung und mit der Unterstützung der Lighthouse Foundation ein erstes Training für Ausbilder und Studenten des Palompon Institute of Technology (PIT) in Palompon, Leyte gemeinsam mit den Dozenten der Hochschule durchgeführt.

 

An diesem ersten Kurs waren sowohl angehende Nautiker als auch Schiffsingenieure beteiligt. Die Ausbildung steigerte einerseits die Kompetenz der Lehrer am PIT, den neuen Anforderungen des STCW-Codes gerecht zu werden und schärfte andererseits das Bewusstsein der zukünftigen Seeleute für Gefährdungen der marinen Umwelt durch den Schiffsbetrieb.

 

OBI hat an der Diskussion des Konzeptes und der Formulierung der Lernziele des Modellkurses mitgewirkt, hat das Verhalten der Teilnehmer untersucht und marine Exkursionen mit den Studenten organisiert, die zu den besonders fragilen Ökosystemen wie Seegraswiesen, Mangroven und Korallenriffen führten. Der Kurs fiel in die Meeresumweltwoche des PIT und wurde feierlich mit der Flaggenparade der Schule eröffnet und mit der Vergabe spezieller Zertifikate an die erfolgreichen Teilnehmer abgeschlossen.