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FARMC Projekt Philippinen

Der Stand im März 2006

Das FARMC Project Philippines, ein Projekt der PAMPANO, Inc., in Zusammenarbeit mit der Lighthouse Foundation for the Seas and the Oceans und dem Philippine Bureau of Fisheries and Aquatic Resources hat zum Ziel, die Leistungsfähigkeit der FARMCs (Fisheries and Aquatic Resources Management Councils) zu verbessern und sie zu dynamischen und effizienten Partnern im Rahmen eines integrierten Küstenzonen-Managements zu machen.

 

Das Projekt konzentriert sich auf die wichtige Rolle der betroffenen Gruppen, insbesondere der Fischer, bei dem Versuch, die Ressourcen des Meeres und der Küstenregion nachhaltig zu nutzen. Im Rahmen des Projekts werden Maßnahmen ergriffen, die den Fischern eine sinnvolle Mitwirkung am Küstenzonenmanagement innerhalb der FARMCs ermöglicht. Die FARMCs setzen sich aus Vertretern der Selbstorganisationen der Fischer, Entscheidungsträgern auf regionaler Regierungsebene und anderen Interessenvertretern in der Küstenregion zusammen und dienen den lokalen Regierungsstellen (Local Government Units; LGUs) als Berater in allen Belangen des Küstenzonen-Managements. Die FARMCs versuchen zudem, politische Reformmaßnahmen in die Wege zu leiten und ein politisches Umfeld zu schaffen, das einer nachhaltigen Entwicklung und dem Management der Siedlungsgewässer förderlich ist.

 

1. Schulung der Kerngruppen-Leiter (Community Organizers)

Die Mehrzahl der Mitglieder und Leiter der FARMCs stammen aus den lokalen Selbstorganisationen der Fischer. Gut organisierte und starke Fischer-Selbstorganisationen resultieren in FARMCs, die über fähige Leiter verfügen und in der Lage sind, ihre Aufgaben effektiv zu erfüllen.

Einer der Schwerpunkte unseres Projekts ist die Schulung und Ausbildung von Fischern zu Kerngruppen-Leitern, um die Selbstorganisationen der Fischer zu stärken.

 

Bildung und Schulung der Kerngruppen in drei Phasen

Phase 1 war darauf ausgerichtet, den Fischern ihre entscheidende Rolle beim Fischerei- und Ressourcenmanagement zu verdeutlichen, die Gemeindemitglieder kennen zu lernen und dabei sowohl die Leiter der Fischer-Organisationen, als auch mögliche Kandidaten für die Leitung der Kerngruppen zu bestimmen. Das geschah während zweitägiger Workshops zur Analyse der lokalen Situation und zur Schulung des Führungspersonals, die in jedem Projektort in der Zeit von April bis August 2005 stattfanden. Zu den Zielen dieser Workshops zählten im Einzelnen:

 

  • Diskussion um die Verantwortung und die Rolle der Fischer beim Management der Siedlungsgewässer und ihrer Rolle bei der Planung von Änderungen und Reformen des Fischereimanagements und gesellschaftlicher Reformen.
  • Kritische Bewertung der derzeitigen Situation der Fischerei vor dem Hintergrund der allgemeinen gesellschaftlichen und umweltpolitischen Lage.
  • Bewertung der derzeitigen Selbstorganisationen der Fischer und ihrer Rolle in den FARMCs.
  • Suche nach möglichem Führungspersonal, das in der Lage ist, weitere Schulungen zur Bildung von Kerngruppen durchzuführen.

 

Ergebnisse von Phase 1 sind:

  • Wachsendes Bewusstsein der Fischer und ihrer Organisationen um ihre entscheidende Rolle beim Management der Siedlungsgewässer durch die FARMCs.
  • Tieferes Verständnis der soziokulturellen, politischen, ökonomischen und umweltpolitischen Situation der Gemeinden.
  • Liste potenzieller Kerngruppen-Leiter
  • Profil der Gemeinden.
  • Kartierung existierender lokaler Fischerorganisationen.
  • Stand der Unterstützung der Fischer durch die LGUs und andere Regierungsstellen.
Phase 2 war in zwei Abschnitte aufgeteilt: Der erste wurde vom Regional Freshwater Fisheries Research Center in Bula, Camarines Sur durchgeführt.
Der zweite Abschnitt wurde im Oktober 2005 in San Isidro, Davao Oriental, durchgeführt.
Am Ende der 3. Phase wurde eine schlichte aber festliche Abschlussfeier begangen.

Phase 2 stellt einen äußerst wichtigen Faktor bei der Bildung der Kerngruppen dar. Bei den Teilnehmern bis zum Beginn von Phase 3 handelte es sich um sorgfältig ausgewählte Führungspersönlichkeiten aus allen Gemeinden, die in Phase 1 vorbildliche Leistungen, großen Einsatz und Führungspotenzial gezeigt hatten. Der Zweck dieses Schulungsabschnitts war, die Achtung des Werts und der Würde des Menschen zu fördern. Diese Phase gab den Beteiligten die Möglichkeit, ihre Einzigartigkeit und ihren Wert als Individuum sowie ihre Rolle im privaten und öffentlichen Bereich in einem tieferen, persönlicheren Sinn zu entdecken. Die gegenseitige Abhängigkeit und Verantwortung standen ebenso im Mittelpunkt wie die Fähigkeit, sich selbst und seine Umgebung zu verändern. Schwerpunkte des Projekts waren in diesem Stadium die Bildung von Kerngruppen und das Konzept des "Servant Leadership"(Führungsaufgabe als Dienst).

 

Phase 2 umfasste vier Module:

Modul 1: Die Integrität der Schöpfung und die Situation der Fischerei.

Die Teilnehmer setzten sich anhand von Schaubildern, die die Schönheit und Fülle der natürlichen Ressourcen darstellten, mit der Integrität der Schöpfung auseinander. Sie kamen zu der Erkenntnis, Gott habe die Menschheit so sehr geliebt, dass er alle für ihr Überleben notwendigen Ressourcen schon vorher bereitstellte. Darauf folgte eine Bewertung der aktuellen Lage der Fischerei und ihre Auswirkungen auf die Fischer und ihre Familien. Im Anschluss wurden die tieferen Ursachen der derzeit existierenden Probleme der Fischerei, sowie die derzeitigen Lösungsansätze der Fischer bewertet. Die Module schlossen in der Regel mit einem Aufruf zum Handeln, wobei die Teilnehmer Konzepte zur Lösung der in den Workshops identifizierten Probleme entwickelten.

Modul 2: Grundmodul zu den Themen Individuum, Familie, Gemeinschaft

Modul 3: "Servant Leadership"(Führungsaufgabe als Dienst)

Modul 4: Gemeinwesenarbeit

 

Phase 3 wurde im Januar 2006 in Taytay, Rizal, durchgeführt. Alle vier Mitglieder der Kerngruppe jeder Gemeinde (ausgenommen San Isidro) nahmen an dieser Schulung teil, die zugleich den Abschluss des Workshops zur Kerngruppenbildung darstellte. Teilnehmer, die bei den Bewertungstests besondere Leistungen zeigten, erhielten Preise und Auszeichnungen als Anerkennung für ihre hervorragende Arbeit.

 

Folgende Module wurden in Phase 3 eingesetzt:

Modul 5: Vision, Aufgabe und Zielsetzung

Modul 6: Management

Modul 7: Anstoß

 

Es wird erwartet, dass durch diese Komponente des FARMC Project Philippines fähige Führungspersönlichkeiten herangebildet wurden, die eine starke Stütze der FARMCs in ihren jeweiligen Gemeinden bilden. Die Schulungen haben sich im Gesamtprozess der Gemeinwesenarbeit als wichtige Strategie erwiesen.

 

2. Schulung der Ausbilder (FARMC-Organisation)

Die Einführung in die Organisation von FARMCs wurde für acht Gemeinden beim offiziellen Beginn des Projekts im Dezember 2004 vorgenommen. Die Einführung für die zwei noch ausstehenden Gemeinden folgte beim Beginn des zweiten Projektabschnitts im Februar 2005.

 

Während der Orientierungsworkshops wurde die aktuelle Situation in jeder der betreffenden Gemeinden nach verschiedenen Kriterien bewertet: (1) nach der Entwicklungsstufe ihrer FARMCs; (2) bezüglich der nötigen Maßnahmen, um ihre FARMCs voll einsatzfähig zu machen; (3) bezüglich des Stands ihrer Fischerei und ihrer Meeresressourcen. Die hierbei erhobenen Daten bilden die Grundlage für das Projekt. An ihnen soll der Fortschritt der FARMCs bei den regelmäßigen Bewertungen gemessen werden.

 

 

3. Stärkung der FARMCs

Als ein Nebeneffekt der FARMC-Orientierungsworkshops von Dezember 2004 wurden von den FARMCs Schritte unternommen, um ihre Position zu stärken. Zu diesen Aktivitäten zählten die Formulierung einer organisationsinternen Politik, die Bildung oder Wiedereinrichtung von FARMC-Arbeitsgemeinschaften, der Dialog mit den LGUs, um eine engere Partnerschaft mit den lokalen Regierungsvertretern zu erreichen und die genaue Definition der Fähigkeiten, die zur Ausübung der Funktionen in den FARMCS benötigt werden.

 

Im August 2005 wurde ein Kleingruppen-Workshop zur Einschätzung des Projekt-Status' zur Jahresmitte durchgeführt, an dem Führungskräfte von PAMPANO sowie regionale FARMC-Koordinatoren teilnahmen. Es wurden Ergebnisse der ersten Phase der Kerngruppenbildung vorgestellt und analysiert, sowie der Status der FARMCs und der Selbstorganisationen der Fischer und deren Partnerschaften mit den jeweiligen LGUs bewertet.

 

Eine wesentliche Strategie zur Stärkung der FARMCs bei diesem Workshop war, ihre Entwicklungsstufen unter Angabe der jeweiligen spezifischen Qualifikationen zu definieren. Ziel des Projektes ist, dass jede FARMC eine Stufe erreicht, auf der sie stabil arbeiten kann, voll operationell einsetzbar ist und nachhaltig handeln kann.

 

Darüber hinaus wurde von jedem Koordinator ein Aktionsplan für jede Gemeinde formuliert, der zur Stärkung ihrer FARMCs beitragen soll und die Ergebnisse der Bewertung während der Bildung der Kerngruppen in Phase 1 berücksichtigt. Diese Aktivitäten finden fortlaufend über die gesamte Dauer des Projekts statt.

 

 

4. Spezielle Schulungsprogramme (Special Projects on Training; SPOTs)

Nach Rücksprache mit den Gemeinden wurden spezielle Schulungsprogramme durchgeführt, die auf die jeweiligen Gemeinden zugeschnitten sind und sie mit den nötigen technischen Fähigkeiten und dem Know-how für eine nachhaltige Entwicklung und ein nachhaltiges Küstenzonen-Management ausstatten sollen. Dazu wurden von kompetenten Dozenten aus dem Expertenpool des Projekts Schulungen und Workshops durchgeführt.

 

 

 

Zukünftige Projekte:

 

SPOT: Ökotourismus in den Mangrovenwäldern und MPAs der Küstenregionen (Looc und Ibajay)

Der Tourismus hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Wird er nicht richtig geregelt, folgen zuallererst negative Einflüsse auf die Umwelt. Looc und Ibajay wollen sich auf das Management ihrer Fischschutzgebiete und Mangrovenwälder im Rahmen des Ökotourismus konzentrieren, da diese Gebiete in der Nähe internationaler Tourismusziele liegen und damit sowohl vom einheimischen als auch vom internationalen Tourismus bedroht sind. Die Gemeinde muss in die Lage versetzt werden, die Möglichkeiten für einen sozioökonomischen Aufschwung, der sich aus einer gut geregelten Tourismuszone ergeben kann, zu maximieren. Das SPOT soll im Mai 2006 durchgeführt werden.

 

 

SPOT: Erhaltung und Management von Tawilis und Maliputos (Cuenca)

Die FARMC für den Taal-See von Cuenca drückt große Besorgnis über die dortige Fischerei aus, insbesondere was die Maliputos (Caranx ignobilis) und Tawilis (Sardinella tavilis) betrifft. Als eine SPOT-Maßnahme soll von der Cuenca-MFARMC (M = Municipal) und anderen Mitgliedern der Gesamt-FARMC vom Taal-See im April 2006 ein Workshop über die Erhaltung der Tawilis und Maliputos und das Management des Taal-See abgehalten werden.

 

 

 

5. Spezielle Projekte zur Erhaltung und zum Schutz der Biodiversität sowie Mikroprojekte für die Fischer

Hummer-Käfigkulturen in Jordan, Guimaras – derzeit laufend

Netz-Brutanlagen für Tilapien als Komponente eines kommunalen Meeresparks – Cardona

Mangroven-Ökotourismus – Ibajay

Unterstützung der Fischerei im Taal-See – Cuenca

Auf der MPA basierende Mikroprojekte der Gemeinden, Teilkomponenten größerer Meerespark-Projekte - Calabanga, Aroroy, Lupon, San Isidro und Looc

Schellfisch- und Flossenfisch-Kulturen – Mariveles

Die zehn FARMCs, die in der ersten Phase an dem Projekt beteiligt waren, verteilen sich über den Archipel der Philippinen, einer biologisch besonders vielfältigen Region.