Test Design Lighthouse


Zum Projektstart

ein Bericht von Dirk Riebensahm

 

Das Projekt startete mit vielen Einzelgesprächen. Die Fischer brachten uns auf den neusten Stand der derzeitigen Arbeitssituation, beispielsweise welche Fischarten zurzeit vorwiegend befischt werden und welche neuen Arbeitsprobleme entstanden sind. Unter anderem haben wir erfahren, dass im vergangenen Monat allein den Fischern von Cabo San Francisco 10 Motoren bei Überfällen von Piraten gestohlen wurden. Dadurch ist natürlich das Thema Arbeitssicherheit vorerst besonders stark in den Vordergrund gerückt und beherrscht zurzeit die Dorfgespräche.

 

Durch die Gespräche mit den Fischern planen wir gleichzeitig den bestmöglichen Termin für die Einführungsversammlung. Beispielsweise wird je nach Zielfischart an den Tagen um Vollmond nicht gefischt. Eine Versammlung an diesen Tagen verspricht daher eine höhere Beteiligung, denn trotz Interesse können sich nur die wenigsten Fischer leisten, auf einen Fangtag zu verzichten. Unserer Erfahrung nach ist es außerdem wichtig, möglichst viele Fischer persönlich einzuladen. Die Beteiligung erhöht sich dadurch wesentlich im Vergleich zu Aushängen und Mund-zu-Mund Propaganda.

 

 

Das Meeresschutzgebiet "Galera – San Francisco"

Das Marine Reservat „Galera – San Francisco“ mit verschiedenen Schutzkategorien.
Marine Schutzzone: Die Grenzen verlaufen von der Gezeitenzone bis zu einer Wassertiefe von 30 Metern.
Bewirtschaftungszone: Verläuft von der 30 Meter Tiefenlinie bis zu einer Wassertiefe von 500 Metern.
Küstenmanagement: Diese Küsten- und Strandabschnitte der Dörfer Galera, Estero de Platano, Quingue und Cabo San Francisco sind dem Ökotourismus vorbehalten.

Nazca hat den politischen Legalisierungsprozess zum ersten marinen Reservat des kontinentalen Ecuadors soweit vorangebracht, dass das Umweltministerium am 31. Oktober 2008 das Projektgebiet als marines Reservat ausgerufen hat. Der besondere Status ist natürlich auch eine zusätzliche Motivation für die lokale Bevölkerung weiter in Richtung nachhaltiger Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen zu arbeiten. Das Projekt „Modell einer nachhaltigen Klein-Fischerei“ wird dazu beitragen, den Teilbereich Fischerei des Management- und Bewirtschaftungsplanes für das Schutzgebiet zu entwickeln.

 

Neben dem marinen Nationalpark der Galapagos-Inseln und dem marin-terrestrischen Nationalpark Machalilla in der Provinz Manabí, wird es das dritte marine Schutzgebiet Ecuadors sein. Das Meeresschutzgebiet "Galera - San-Francisco" erstreckt sich von der Küstelinie bis zu einer Entfernung von ungefähr 18 Kilometern aufs Meer. Die Mündung des Flusses Muisne im Süden und die geologische Ausprägung des Estero Zapallito im Norden begrenzen das geplante Meeresschutzgebiet mit einer Fläche von 54.604 Hektar und 37 Kilometern Küstenlinie.

 

Seit mehreren Jahren erforscht NAZCA die marine Biodiversität des Gebietes und arbeitet mit der lokalen Bevölkerung zusammen. Die Maßnahmen/Aktivitäten und Richtlinien des zukünftigen Managementplans werden nicht nur die marine Biodiversität erhalten und schützen, sondern auch die soziale und ökonomische Entwicklung der im Gebiet befindlichen Dörfer unterstützen. Das Schutzgebiet bietet der lokalen Bevölkerung langfristig die Möglichkeit alternative Einkommensquellen zu erschließen. So hat die Kanton-Regierung von Muisne beispielsweise bereits beschlossen, diverse kleine Aufbauhilfen für Ökotourismus zu finanzieren und Bewohner zu schulen. "Galera – San-Francisco" soll nicht zentral von der Regierung verwaltet werden, sondern durch ein Managementkomitee aus Vertretern der lokalen Bevölkerung, Nicht-Regierungsorganisationen, der Bezirksregierungen, des Umweltministerium und der Marine.