Test Design Lighthouse


Baby-Fische gehören nicht auf den Teller

Fischlineal hilft beim Einkauf

 

Im Fischgeschäft oder Supermarkt angebotene Meeresfische sind häufig vor dem ersten Ablaichen gefangen worden. Dadurch sind die Fischbestände in Nord- und Ostsee bedroht. Mit einem neu entwickelten Fischlineal, dem "Fisch-O-Meter", fordert die Verbraucherzentrale Hamburg jetzt die Verbraucher auf, sich gegen den Raubbau an der Natur zu wehren.

 

Mit einem Blick auf das Fischlineal lässt sich beim Einkauf erkennen, ob die Fische die Größe für die Geschlechtsreife erreicht haben. Das Fischlineal zeigt die acht wichtigsten Speisefische der Nordsee und sechs aus der Ostsee an. Die Längen beziehen sich sowohl auf ganze Fische, Fische ohne Kopf als auch Filets. „Wir empfehlen den Verbrauchern nur Fische zu kaufen, die mindestens die entsprechende Länge auf dem Fisch-O-Meter erreichen. Denn dann konnten sich die Fische vor dem Fang vermehren. Mit bewusstem Fischeinkauf können die Verbraucher Druck auf Handel und Politik ausüben, damit endlich Schluss ist mit der Überfischung", sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

 

Das Fischlineal ist aus umweltfreundlichem und abwaschbarem Polyethylen hergestellt und passt in jede Einkaufstasche. Es wurde in Zusammenarbeit mit dem von der EU unterstützten Projekt INCOFISH am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel entwickelt. Finanziell unterstützt wird die Kampagne durch die Lighthouse Foundation - Stiftung für die Meere und Ozeane.

 

In Europa gelten 60 bis 70 Prozent der Bestände als überfischt. Es werden regelmäßig mehr Fische gefangen als nachwachsen können, und die gesetzlichen Mindestgrößen liegen weit unter den Größen bei Geschlechtsreife. „Das Problem der Wachstums- und Fortpflanzungsüberfischung ist lange bekannt, wird aber von den zuständigen Politikern ignoriert. Vorläufige Ergebnisse unserer Untersuchung schätzen die jährlichen Kosten dieser europaweiten Misswirtschaft auf weit über eine Milliarde Euro.“, sagt Dr. Rainer Froese, Fischereibiologe und Leiter des Projektes INCOFISH sowie Mitglied im Kieler Forschernetzwerk „Ozean der Zukunft“.

 

Eine aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentrale Hamburg bestätigt, dass zu viele Baby-Fische in den Fischgeschäften verkauft werden. In zehn von elf Hamburger Fischgeschäften waren zu kleine Schollen aus Nord- oder Ostsee im Angebot. Bei den Heringen war die Lage besser - einer von sieben eingekauften Heringen war zu klein.

 

Das Fisch-O-Meter gibt es kostenlos im Infozentrum der Verbraucherzentrale Hamburg und bei weiteren Verbraucherzentralen. Das Lineal kann gegen 2 Euro Versandpauschale bestellt werden,

per Post bei der Verbraucherzentrale Hamburg Kirchenallee 22 20099 Hamburg,

per Telefon 040-24832-240,

per Fax 040-24832-290 oder

per E-Mail bestellung@vzhh.de

 

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.fisch-o-meter.de

 

Links der Kooperationspartner:

 

www.ifm-geomar.de

www.ozean-der-zukunft.de