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Überwachung, Kontrolle und Beobachtung

Notwendigkeit einer strengeren Regulierung der Fischerei des Antarktischen Krills

 

Obwohl man inzwischen dem Krill im Südlichen Ozean eine Schlüsselposition zuerkennt, nimmt die Krillfischerei in Bezug auf die meisten grundsätzlichen Regelungen für die Fischerei im Südlichen Ozean immer noch eine Sonderstellung ein. Das bezieht sich auf einige Aspekte der Fischerei wie die Verpflichtung, Berichte zu erstellen, die Meldung der zukünftigen Fangvorhaben sowie Überwachungs- und Beobachtungsmaßnahmen.

 

Das Management der Krillfischerei muss alle denkbaren Einflüsse auf vom Krill abhängige Arten, wie hier dem Goldschopf- oder Macaronipinguin (Eudyptes chrysolophus), in Betracht ziehen. Foto: C. Suter

Vor 2002 war die Krillfischerei die einzige CCAMLR-Fischerei, die nicht verpflichtet war, detaillierte Fang- und Ertragsdaten abzugeben. 2002 hat die CCAMLR dann Regeln für ein Datensystem aufgestellt, das auch die Krillfischerei verpflichtete, der Kommission monatlich die Fangerträge zu melden (CCAMLR 2002). Trotz dieser neuen Meldeauflage fehlen weiterhin detaillierte Informationen über die Krillfischerei. Die Wissenschaftler der CCAMLR haben schon wiederholte Male hervorgehoben, dass von der Fischerei Daten von jedem einzelnen Fang benötigt werden, damit die Trends der Krillverteilung bestimmt werden können und abgeschätzt werden kann, in welcher Weise sich der Operationsraum der Fischerei mit den Futtergebieten der Krill fressenden Arten überlappt. Derartige Daten sind für ein angemessenes Fischerei-Management entscheidend (CCAMLR 1992; 1998). Derzeit wird die Abgabe von detaillierten Daten für jeden einzelnen Fang bereits von fast allen CCAMLR-Fischereien gefordert – nicht aber von der Krillfischerei!

 

Es gelten CCAMLR-Regeln, nach denen für die meisten Fischereien im Südlichen Ozean ein neuer Teilnehmer gemeldet werden muss, aber auch dies gilt nicht für die Krillfischerei (Croxall u. Nicol 2004). Das Fehlen vollständiger und verlässlicher Informationen über zukünftige Pläne der Krillfischerei schließt aus, dass die Gremien der CCAMLR Trends der Krillfischerei voraussagen können, die eine Schlüsselrolle bei der Vorbereitung von Management-Entscheidungen spielen (SC-CCAMLR WG-EMM 2003).

 

Die vielleicht wichtigste Lücke im Regelwerk für die antarktische Krillfischerei ist das Fehlen jeglicher Überwachung der Fangschiffe und die Tatsache, dass sich an Bord dieser Schiffe keine wissenschaftlichen Beobachter aufhalten. Um die Fangflotten zu überwachen, verpflichtet die CCAMLR die entsprechenden Staaten, die Positionen all ihrer Fangschiffe, die die Erlaubnis haben, im CCAMLR-Gebiet zu fischen, über ein automatisches, auf Satelliten gestütztes “Vessel Monitoring System” (VMS) zu bestimmen. Auch diese Forderung gilt wieder für alle Fangschiffe, ausgenommen die Krill-Fangschiffe!

 

Das VMS ist ein grundlegendes Element der Überwachung, das allen Staaten die Kontrolle erlaubt, ob die Operationen ihrer Fangschiffe in Übereinstimmung mit den Bedingung der Fischereilizenz stehen und ob kein Fischfang in Regionen stattfindet, wo er verboten ist. Bei der Konferenz von 2004 hat die CCAMLR das VMS gestärkt, indem ein zentralisiertes VMS eingerichtet wurde, über das die Staaten, unter deren Flagge ein Fangschiff fährt, dessen Positionen an das CCAMLR-Sekretariat melden müssen. So ist es möglich, die Positionen durch eine unabhängige Stelle überprüfen zu lassen. Die Tatsache, dass Fangschiffe für Krill nicht von VMS erfasst werden, führt dazu, dass die Krillfischerei kaum geregelt wird und schwierig zu überwachen ist.

 

Ähnliches gilt auch für die Forderung, wissenschaftliche Beobachter an Bord zu nehmen. Es ist allgemein anerkannt, dass deren Anwesenheit auf allen Fangschiffen nötig ist, um wesentliche Daten über die verschiedenen Aspekte der Fischerei zu erhalten, die für ein adäquates Management eine Schlüsselrolle spielen. Die CCAMLR hat ein solches „Scheme of International Scientific Observation” aufgestellt, das für die meisten Fischereien die Anwesenheit wissenschaftlicher Beobachter an Bord der Schiffe vorsieht, aber wieder ist die Krillfischerei von dieser Regel ausgenommen.

 

 

 

Literatur:

  • CCAMLR. 2005. Schedule of conservation measures in force 2004/05. Hobart, Australia.
  • CCAMLR. 1992. Report of the Eleventh Meeting of the Commission, Hobart, Australia, 26 October - 6 November 1992.
  • CCAMLR. 1998. Report of the Seventeenth Meeting of the Commission, Hobart, Australia, 26 October - 6 November 1998.
  • CCAMLR. 2002. Report of the Twenty-First Meeting of the Commission, Hobart, Australia, 21 October - 1 November 2002.
  • Croxall, J.P. and Nicol, S. 2004. Management of Southern Ocean Fisheries: global forces and future sustainability. Antarctic Science 16 (4): 569-584.
  • SC- CCAMLR WG-EMM. 2003. Report of the Meeting of the Working Group on Ecosystem Monitoring and Management, Cambridge, UK, 18-29 August 2003.