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Tropische Wärme gegen arktische Kälte

Das durch die hohe Sonneneinstrahlung der tropischen und subtropischen Regionen erwärmte Oberflächenwasser fließt nach Norden und Süden

In den meisten Meeresgebieten bleiben die großen Strömungen weitgehend unbeeinflusst von den lokalen Winden. Gigantischen Förderbändern gleich transportieren sie Wasser in riesiger Menge von Nord nach Süd, von West nach Ost. Und mit dem Wasser werden enorme Mengen an Wärme verteilt.

 

Wasser vermag Wärme viel besser zu speichern als Luft und für den globalen Klimahaushalt sind die Ozeane nicht nur Wärmespeicher, sondern auch Wärmeverteiler. Das durch die hohe Sonneneinstrahlung der tropischen und subtropischen Regionen erwärmte Oberflächenwasser fließt nach Norden und Süden und mildert das Klima der gemäßigten und polaren Gebiete. Eine Besonderheit des Atlantiks ist der auf beiden Halbkugeln nordwärts gerichtete Wärmestrom, dessen bedeutendster Teil auf der Nordhalbkugel der Golfstrom ist. Rund eine Milliarde Megawatt Wärme werden auf diesem Wege nach West- und Nordeuropa transportiert – ohne ihn wäre der mitteleuropäische Winter so kalt wie in Nordkanada.

 

Im Meeresgebiet zwischen Grönland und Nordnorwegen, kühlt sich das Wasser des Golfstroms stark ab und wird dadurch dichter und schwerer. In der Grönlandsee versinkt es und in nur 15 Kilometer breiten Säulen fallen bis zu 17 Millionen Kubikmeter pro Sekunde in Tiefen von 2000 Metern. Der dadurch entstehende Sog im Oberflächenwasser wirkt über den gesamten Atlantik bis in den Indischen und Pazifischen Ozean hinein und treibt den Golfstrom an.

 

Hier liegt auch hier die größte Gefahr durch den Treibhauseffekt. Führt die globale Erwärmung zu einem vermehrten Abschmelzen der Gletscher und Polkappen, so wird der Salzgehalt des Wasser abgesenkt, das Wasser der Grönlandsee wird leichter, kann nicht mehr absinken und der Sog als Motor des Golfstroms wird schwächer. Eine globale Erwärmung führt also – so überraschend es klingt – zu einem kühleren Klima in Europa.