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Strömungen in der Tiefe

Riesigen Förderbändern gleich durchziehen große Meeresströmungen in verschiedenen Etagen die Ozeane. Dabei treibt die sogenannte thermohaline Zirkulation die Tiefenströme an: Kaltes, salzreiches Wasser ist schwerer als warmes und sinkt in die Tiefe. Im Sog des herabsinkenden Wassers strömen wärmere Wassermassen nach, die sich abkühlen und dem Abwärtstrend folgen.

 

Die größte Pumpe dieser Art arbeitet im nördlichen Atlantik. Der Golfstrom, der fünfhundertmal soviel Wasser bewegt wie der Amazonas, ist Teil des weltweiten Strömungssystems. Aufgewärmt durch die Sonne der Karibik strömt er nach Norden an der amerikanischen Küste entlang in subpolare Gewässer. Zwischen Grönland und Norwegen kühlen arktische Winde die aus den Tropen stammenden salzreichen Wassermassen bis fast auf den Gefrierpunkt ab.

 

Durch den hohen Salzgehalt ist das Wasser so schwer, dass es in die Tiefe sinkt - im Winter etwa 17 Millionen Kubikmeter pro Sekunde und damit 20 mal mehr Wasser, als alle Flüsse der Erde führen. In zwei bis drei Kilometer Tiefe tritt das kalte Wasser seine Reise um den Globus an: nach Süden durch das Westbecken des Atlantiks bis zum antarktischen Zirkumpolarstrom und von dort bis in den Indischen und Pazifischen Ozean. In den Auftriebsgebieten, etwa vor den Küsten Perus oder Kaliforniens, steigt das vor Jahrhunderten abgesunkene Meerwasser wieder auf.

 

Während Winde die Oberflächenschicht der Ozeane durchmischen und schnell umhertreiben - der Golfstrom erreicht bis zu 9 km/h -bewegen sich die Tiefenwasser mit höchstens 0,36 km/h nur sehr langsam. Ein einziger Kreislauf des Meerwassers entlang den globalen Transportbändern dauert denn auch etwa 1.000 Jahre.