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Strömungen an der Meeresoberfläche

Unter dem Einfluß der Sonnenenergie, der Erdumdrehung und der Sonnen- und Mondgezeiten sind die Wasser der Ozeane ständig in Bewegung. Die großen Strömungen bewegen riesige Wassermengen über große Entfernungen und sorgen für einen ununterbrochenen Austausch zwischen dem warmen Wasser der Tropen und dem kalten Wasser der Pole. Allein die obersten drei Meter Ozeanwasser beinhalten soviel Wärme wie die gesamte Atmosphäre.

 

Starke und beständige Winde versetzen die Wassermassen in rasche Strömungs- oder Triftbewegungen. Je nach Windgeschwindigkeit und Dauer wirkt ein reiner Triftstrom bis in unterschiedliche Tiefe: bei Windstärke 4 bis 60 m, bei Orkanen bis in wenige 100 m Wassertiefe. Gemessen an der Tiefe der Ozeane bewirkt der Wind also eher oberflächliche Strömungen. Die Tiefenströme der Ozeane haben ihren eigenen Kreislauf.

 

Der Golfstrom löst sich bei Cape Hatteras, North Carolina (USA) von der Küste Richtung Nordatlantik. (SeaWiFS image)

In den einzelnen Ozeanen herrschen auf beiden Erdhalbkugeln nahezu geschlossene Zirkel vor. Einer Ostwärts-Bewegung in den höheren geografischen Breiten beiderseits des Äquators (der Westwinddrift) stehen überwiegend westlich gerichtete Strömungen in Äquatornähe, dem Bereich der Passate, gegenüber. An den Ostseiten der Kontinente überwiegen polwärts gerichtete warme Strömungen, während an den Westküsten der Kontinente die Wassermassen von der Küste weggetrieben und durch aufsteigendes kaltes Tiefenwasser ersetzt werden.

 

Die Wirkungen der Meeresströme auf die Lebensbedingungen auf der Erde sind immens: ohne den Golfstrom etwa würden die gemäßigten Zonen des nordwestlichen Europas eher dem subarktischen Klima Labradors ähneln. Mit dem aufsteigenden Tiefenwasser gelangen Nährstoffe an die Oberfläche, die das Planktonwachstum anregen und damit für den Fischreichtum vor den Westküsten der Kontinente sorgen.